Im Zentrum des Zentrums

Hospitationsbericht von Natascha Daneyko, Freiwillige 2012/13 bei PA/SPIELkultur e.V. in München, über ihren Besuch beim Kulturzentrum Trudering

Meine Ziele und Erwartungen

Um ehrlich zu sein hatte ich nur „schwammige“ Erwartungen. Kulturzentrum! ZENTRUM! Das klingt nach einem so riesigen Wort. Ich dachte mir: „Da muss was los sein!“ Erwartet habe ich ein enorm großes Gebäude mit einem noch größeren Team von mindestens 30 Mitarbeiter/innen. Ich stellte mir vor, dass die Mitarbeiter zwar freundlich, aber eher unpersönlich miteinander umgehen. Ist ja klar, wenn man sich ein gigantisches ZENTRUM, mit zahlreichen Mitarbeitern vorstellt, die alle ihren eigenen Aufgabenbereich haben.

Aus den Erzählungen von Ana, der Freiwilligen des Kulturzentrums Trudering (www.kulturzentrum-trudering.de), hatte ich gehört, dass immer viele Künstler und Aussteller bei ihr seien. Ich vermutete, dass wir mit diesen Künstlern ihre Show vorbereiten, also Sachen aufbauen, Catering machen, Karten verkaufen … Oh ja, noch etwas: Eine Bitte hatte ich an Ana gestellt: „Keine Kinder!“ Ja, ich weiß! Klingt fies, aber ich arbeite jeden Tag mit Kindern und wollte einfach eine ganz andere Welt kennen lernen. Nichts gegen Kinder!

Die Realität – Aktivitäten

  • Führung durch das Gebäude (Es ist wirklich groß.)
  • Mitarbeiter kennen lernen (Es sind nur acht Mädels, die die Basis bilden – kaum zu glauben.)
  • Büroalltag (E-Mails checken, Karten verkaufen, Einblick in die Organisation der Kurse, Feste, Veranstaltungen …)
  • Mittagessen
  • Kartenverkauf bei der Veranstaltung „Tanztee“ (Beim Tanztee treffen sich ältere Leute zum Tanzen und Tratschen im Festsaal.)
  • Kassenabrechnung
  • Facebook-Eintrag über die Skulptur „Don Quichotte“

Meine Erfahrungen

Ok, na gut…! Im Grunde genommen hätte ich mich wohl vorher ein bisschen informieren sollen, was Ana wirklich macht. Ich fand die Überraschung aber toll! Das Klima an Anas Arbeitsplatz ist super. Alle hatten einen freundlichen Umgang miteinander und man merkte ihnen an, dass ihnen ihre Arbeit Spaß bereitet.

Ich fand beeindruckend, dass ein so vielfältiges Angebot im Kulturzentrum Trudering mit so wenig festen Mitarbeitern auf die Beine zu stellen ist. Unterstützt werden diese von Vereinsmitglieder und dem Vorstand. Künstler lernte ich zwar keine kennen, wurde aber von Anfang an gleich mit eingebunden und fühlte mich somit den ganzen Tag über gut aufgehoben.

Fazit

Ich habe erkannt, dass ein Zentrum gar nicht so riesig ist, wie es scheint. Obwohl die PA/SPIELkultur von den Räumlichkeiten her viel, viel kleiner ist, bleibt der Arbeitsaufwand, um eine Veranstaltung zu organisieren der gleiche. Der Tag hat mir die Vorurteile gegenüber einem so monumental wirkenden Gebäude genommen. Das Wichtige ist nicht das Äußere, sondern die Menschen, die das Gebäude zum Leben erwecken.

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Kulturzentrum Trudering Groß und modern – das Gebäude des Kulturzentrums Trudering