Arbeiten und Wohnen im interkulturellen Umfeld

Abschlussbericht von Fabian Schäfer, Freiwilliger 2012/13 im Goethe-Institut

Dass mein FSJ Kultur die beste Entscheidung überhaupt war, merke ich jeden Tag. Schon wenn ich aufstehe und den Blick aus meinem Fenster auf München genieße, weiß ich, dass es genau das Richtige für mich ist.

Ein Jahr Berufserfahrung, das erste Mal auf sich alleine gestellt, weg von Zuhause, tolle Kollegen, eine super Arbeitsatmosphäre und ein Job, der mir Spaß macht – was will man mehr? Es ist aber auch eine Herausforderung – und gerade für mich als Kind vom Lande war der Umzug nach München der Umzug in eine völlig andere Welt.

Viele Menschen, viele Kulturen, viele Gemeinsamkeiten

In meiner Einsatzstelle, dem Goethe-Institut München, bin ich zuständig für das Kultur- und Freizeitprogramm und für die Studierendenbetreuung. Das bedeutet, mit Menschen aus aller Welt zusammenzuarbeiten, verschiedene Kulturen kennenzulernen und viel, viel Englisch zu sprechen.

Mit einer Gruppe von 30 Kursteilnehmern einen Tagesausflug zu bestreiten ist nicht immer einfach. Vor allem, weil alle in der Regel älter sind als ich. Ich bin aber trotzdem verantwortlich für die Gruppe und muss sie zusammenhalten. So kann es schon einmal schwierig werden, Japanern zu erklären, dass sie jetzt kein Foto machen können, weil wir sonst unseren Zug verpassen …

Inzwischen weiß ich nicht nur, in welchen Bereichen die Menschen verschiedener Kulturen unterschiedlich ticken, sondern auch, dass alle Kulturen mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick denken könnte. Schließlich ist es auch einfach interessant, mit einer Spanierin, einem Inder und zwei Australiern zusammenzusitzen und über Gott und die Welt zu reden.

Wohnen am Arbeitsplatz: Segen oder Fluch?

Natürlich gibt es auch Durchhänger. Heimweh, Großstadt nervt, so viele Leute. Das Gefühl hält aber meist nur so lange, bis ich mich in den Hirschgarten bei mir um die Ecke lege oder mit meiner FSJ-Kollegin zusammen die besten gefüllten Paprika der Welt koche. Wir beide haben dieselben Aufgaben und wohnen zusammen im Goethe-Wohnheim. So hat sich mittlerweile eine echt gute Freundschaft entwickelt. Wir verstehen uns auf der Arbeit blind und abends kochen wir oft zusammen.

Im Wohnheim leben wir unter einem Dach mit den internationalen Studierenden. Das ist Segen, aber auch Fluch. Abends durch die Küchen zu streifen und zu riechen, wie vielseitig die Küchen der Welt sind, ist fabelhaft. Wenn Studenten aber um 23 Uhr (oder später!) an deiner Türe klingeln, weil sie ihren Schlüssel vergessen haben, kann das mit der Zeit auf die Nerven gehen.

Fazit
Nichtsdestotrotz überwiegen die positiven Momente eindeutig die negativen. Ich habe viel gelernt und mehr Ahnung vom „richtigen Leben“. Ich war auf tollen und bereichernden FSJ-Seminaren und habe viele neue Freunde gewonnen. Alles in allem: ein Jahr voller Erinnerungen und Momente, die ich nie vergessen werde.