Arbeiten, wo andere Musik machen

Zwischenbericht von Cäcilia Marxer, Freiwillige 2012/13 in der Musikakademie Alteglofsheim

Wenn ich durch die Gänge der Musikakademie Alteglofsheim laufe, kommt es vor, dass ich vor einer Tür stehen bleibe und lausche. Spielt da nicht gerade jemand ein Stück, das ich kenne? Und das Lied, das der Chor da singt, habe ich doch erst letztes Jahr noch selber in der Schule gesungen? Einer der Gründe, warum ich mein FSJ Kultur in einer Musikakademie machen wollte, war meine Begeisterung für die jährlichen, äußerst beliebten Musikwochen meiner Schule in der Musikakademie Ochsenhausen.

Anders als erwartet …

Am Anfang war ich ein wenig enttäuscht, dass meine Arbeit in der Musikakademie Alteglofsheim nichts mit Musik zu tun hat, sondern meistens ein Bürojob im Nebenzimmer der Bibliothek ist. E-Mails, Telefonate, Pressetexte und Homepage – den Großteil meiner Aufgaben erledige ich am Computer in meinem Büro und bin weit weg vom Musikakademiegeschehen. Je nach Dringlichkeit helfe ich beim Organisieren und Betreuen von Seminaren oder bei den vielen Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit mit, ich fotografiere bei Konzerten oder ich arbeite an der Rezeption.

Es gibt Tage, an denen ich von A nach B und wieder zurück geschickt werde, Konzert- und Seminarprogramme gestalte und vervielfache, Pressemeldungen verfasse und zwischendurch noch schnell die neuen Seminaranmeldungen durchgehe – Tage, an denen ich kaum stillsitze und mir in all meiner Geschäftigkeit sehr wichtig vorkomme. Solche Tage liebe ich.

… und manchmal langweilig …

Und dann gibt es Tage, da sitze ich untätig an meinem Schreibtisch und die Zeit vergeht nur sehr langsam, obwohl meine Chefin in Arbeit versinkt. Das liegt daran, dass ich manche Arbeiten nicht übernehmen kann oder darf, die die Situation gerade erfordert – sei es einen wichtigen Telefonanruf führen oder Rechnungen an die Seminarteilnehmer zu stellen. Solche Tage mag ich nicht so gern.

Allerdings habe ich im Laufe der Zeit gelernt, dass es wichtig ist, dass ich mich selbst um Aufgaben kümmere. Irgendwas gibt es immer zu tun, und wenn meine Chefin gerade keine Tätigkeit für mich hat, helfe ich eben in der Rezeption bei der Anreise und gebe Schlüssel aus, räume das Archiv auf oder nehme neue Noten und Bücher in die Bestandslisten der Bibliothek auf.

… aber trotzdem lohnenswert

Wenn mich jemand fragt: „Und, haben sich deine Erwartungen erfüllt?“, dann muss ich sagen: „Nein, aber das ist auch gut so.“ Mittlerweile finde ich es nicht mehr schlimm, dass Musik kein Teil meiner Arbeit ist, denn ich habe festgestellt, dass ich Musik als Hobby behalten will.

Zwar möchte ich später auch nicht die Arbeit machen, die ich in diesem Jahr kennengelernt habe, aber ich weiß jetzt schon, wie unglaublich viel mir das FSJ Kultur in Hinblick auf meine Zukunft gebracht hat und wie traurig ich sein werde, wenn es im August zu Ende ist.