Bücher, Kinder, Alltag und mehr

Erfahrungsbericht Regina Gerung, Freiwillige 12/13 in der Stadtbücherei Landshut

„Was macht man denn den ganzen Tag da?“ So lautete vor meinem FSJ Kultur die häufigste Frage, wenn ich erzählte, dass ich eine Stelle in der Zweigstelle Weilerstraße der Stadtbücherei Landshut bekommen hatte. Ja, mmh, so genau wusste ich das auch nicht. Aber inzwischen habe ich mein FSJ beendet und kann die Frage nun beantworten:

Ein ganz normaler Tag

Gleich in der Früh heißt es erst einmal aufräumen. Alles, was am Tag zuvor liegen geblieben ist, muss wieder an seinen Platz. Was sich anhört, als wäre es auf Dauer langweilig, macht immer Spaß. Jedes Mal fallen einem viele spannende und interessante Bücher, DVDs, CDs und Spiele in die Hände. Danach kommen Schulklassen der Grund- und Mittelschule zur Ausleihe. Viele Kinder haben besondere Wünsche und brauchen Hilfe, die passenden Bücher zu finden.

Am Nachmittag ist die Bücherei für alle geöffnet, und es heißt zurücknehmen, ausleihen, aufräumen und Bücher heraussuchen. Zwischendurch ist immer noch Zeit, um Leser bei ihrer Suche zu unterstützen, Veranstaltungen zu planen und Flyer zu gestalten. Im Laufe des Jahres habe ich immer wieder geholfen, den Buchbestand nach der neuen Systematik zu sortieren und die Regale entsprechend zu beschriften. Langweilig wurde es auf gar keinen Fall.

Donnerstag – ein Tag nur für Kinder

Donnerstags ist die öffentliche Ausleihe geschlossen. Dafür finden abwechselnd der Kindernachmittag und die Leseclubs statt. Beim Kindernachmittag steht sowohl Basteln als auch Bücher lesen und vorlesen auf dem Plan. Passend zur Jahreszeit oder zu einem Buch basteln die Kinder zum Beispiel mit Papier, Zuckerwürfeln, Ton oder Salzteig. Besondere Highlights waren die Faschingsparty und die Autorenlesungen. Oft kamen die gleichen Kinder. Dadurch lernte ich sie schnell kennen und sie nutzten mich gern als Informationsquelle als Hilfe beim Basteln.

Viel Spaß hat auch die Arbeit im Leseclub gemacht. Das ganze Jahr über lesen die jungen Mitglieder die neu erschienen Bücher, bewerten sie und stellen sie im Leseclub vor. Am Ende des Jahres suchen sie die besten Bücher aus und präsentieren sie in einer Buchhandlung.

FSJ Kultur: mehr als Alltag

Jeder FSJ-Kultur-Freiwillige verwirklicht während des Jahrs ein eigenes Projekt. Ich hatte die Idee, einen offenen Eltern-Kind-Treff einzuführen. Mehr dazu ist in meinem Projektbericht nachzulesen.

Immer wieder hatte ich die Gelegenheit, auch mal einen Blick in andere Bereiche zu werfen: So habe ich beispielweise erfahren, wie ein Buch in das Regal einer Bücherei kommt: Von der Bestellung übers Folieren bis zur Einarbeitung durfte ich alles anschauen und auch selber machen. Außerdem habe ich der Buchbinderin über die Schulter geschaut und beim Reparieren der Bücher mitgeholfen.

Interessant waren auch die zwei Wochen, die ich in der Hauptstelle der Stadtbücherei Landshut verbracht habe: Sie ist um einiges größer als die Nebenstelle in der Weilerstraße, hat mehrere Stockwerken und viel mehr Mitarbeiter.

Weitere Abwechslung boten die vier einwöchigen Seminare, auf denen ich andere FSJ-Kultur-Freiwillige aus Bayern traf und mich mit ihnen über unsere Erfahrungen im FSJ austauschte. Die Workshop-Angebote waren immer gut, und jeder hat etwas Passendes für sich gefunden – egal ob Projektmanagement, Fotografie, Nähen oder Hörspielproduktion. Auf dem letzten Seminar konnte jeder FSJler sogar seinen eigenen Mini-Workshop anbieten, etwa zum Thema Schwertkampf oder Piraten!

Fazit

Ein Jahr mal etwas ganz anderes machen, nicht unter Leistungsdruck stehen und viele nette Kollegen und FSJler kennen lernen – das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gar nicht merkte, wie schnell die Zeit verging.