Frag mich was Leichteres

Zwischenbericht von Hannah Fröhler, Freiwillige 2013/14 im Deutschen Museum, München

„Was machst du jetzt eigentlich?“
„Ich mach ´n FSJ im Deutschen Museum.“
„Aha!? Und was genau tust du da so?“

Solche oder ähnliche Fragen wurden mir in den letzten vier Monaten häufig gestellt. Wie es dazu gekommen ist? Dazu musste erst eine andere Frage beantwortet werden.

Abi – und dann?

Im Juni 2013 habe ich das Abitur absolviert. In diesem Abschnitt meines Lebens stellten nicht nur Lehrer mir in Klausuren blöde Fragen, nein, auch mein Leben hatte eine parat: „Und nach dem Abi?“ Es kristallisierte sich ziemlich schnell heraus, dass diese Frage eine von den kniffligeren war – eine Gretchenfrage (Danke, Deutschunterricht der Oberstufe!).

Je größere Schritte ich auf das Abi zu machte und je öfter ich dem Berufs- und Studienberater gegenüber saß, desto weniger wusste ich, was ich eigentlich wollte. Meine Mitschüler hatten schon längst ihre Bewerbungen verschickt, zahllose Eignungstests für die Beamtenlaufbahn über sich ergehen lassen oder sich für ein Studium entschieden.

Der Versuch, ein geeignetes Studienfach dadurch zu finden, alle interessanten Studiengänge zu notieren, die Augen zuzumachen, wahllos aufs Blatt Papier einzustechen und sich mit dem getroffenen Studiengang zufrieden zu geben, scheiterte leider. Mir wurde klar, dass ich außerstande war, gleich zum Wintersemester ein Studium zu beginnen.

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Das Deutsche Museum in München

Also googelte ich Stichworte wie „FSJ“ und „BFD“. Zu meiner Freude und Überraschung entdeckte ich das FSJ Kultur und las von der Stelle beim Deutschen Museum. Und ehe ich michs versah, war auch schon die Online-Bewerbung abgeschickt. Mitte Mai wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen, Anfang Juli bekam ich die Zusage vom Museum. Der Entschluss für das FSJ war also spontan und der Weg dahin unkompliziert.

Arbeit, Alltag und Aktionen

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Das Türschild von Hannah

Wie sieht nun mein Alltag aus? Er spielt sich größtenteils in der Abteilung Bildung ab. Hier habe ich sogar ein eigenes Namensschild! Zu dem Namensschild gehören ein Schreibtisch und ein Computer, an dem ich sitze und helfe, Programme für Kinder und Jugendliche mitzugestalten. Das können Aktionen, Workshops, Führungen oder Kombinationen aller drei sein. Eines haben die Projekte alle gemeinsam: Sie führen Kinder auf sehr anschauliche Weise an Naturwissenschaft, Technik und deren Teilbereiche heran.

Außerdem bekomme ich einen ausgiebigen Einblick in die Arbeitswelt: feste Arbeitszeiten haben und Unternehmensstrukturen kennen lernen; austesten was mir liegt und was nicht; Kontakte knüpfen und nach der Arbeit endlich wieder Muße haben, Dinge zu tun, die mich wahnsinnig interessieren, die aber in den letzten Jahren wegen Lustlosigkeit und Monotonie des Schüleralltags auf der Strecke geblieben sind.

Frühes Fazit

Und was bringt das ganze? „Just for Fun“ ist vielen als Begründung, ein Jahr so zu verbringen, nicht genug. Für all diejenigen: Guten Gewissens sage ich, dass das Jahr mich auch richtig „voran bringt“. Ich lerne ständig etwas dazu: über das Deutsche Museum und Museen generell, über Naturwissenschaft und Technik, über die Arbeit mit Kindern und nicht zuletzt über mich selbst.

Die Arbeit im Museum und das Rahmenprogramm des FSJ – also die Seminare, die Freien Bildungstage und die Treffen mit den anderen FSJlern – machen jedenfalls richtig Spaß. Noch keine Sekunde habe ich die Entscheidung, ein FSJ zu machen bereut, auch wenn ich noch immer keine Erleuchtung habe, was ich nach diesem Jahr machen werde. Aber: Nach vier Monaten FSJ Kultur bin ich diesbezüglich definitiv gelassener geworden.