„Ich heirate eine Familie“

Maximilian Enderle, Freiwilliger 09/10 im Theater Regensburg

Ich heirate eine Familie: das Theater Regensburg… Ich betrete die riesige Eingangshalle mit den unzähligen, überlebensgroßen Porträts der Akteure, ab heute gehöre ich zur Familie! Ganz klein und unbedeutend komme ich mir vor, selbst mit einem Meter achtzig, doch der Schein trügt. Klein ja, aber unbedeutend?! Wie das unterste Glied einer Nahrungskette, fast zu übersehen, aber nicht wegzudenken!

Die Begrüßung der neuen Mitarbeiter, ich male mir im Scheinwerferlicht auf der großen Bühne im Bismarckplatz noch aus, wie unwirklich das ganze ist und stelle mir vor, wie ich langsam an den Betrieb und die Arbeit herangeführt werde, wie ich lerne und wachse bis ich schließlich Verantwortung übernehmen darf. Zwei Sekunden später platzt der Tagtraum…

„Du! Bist du der Assistent von Ohne Filter? Mitkommen.“ Es ist alles etwas hektisch, ja unübersichtlich an diesem ersten Tag. Konzeptionsprobe: Es wird viel geredet, man kennt sich – ich schweige. Die Ruhe vor dem Sturm. Dann beginnt es: Eine Fülle an Informationen, die Hälfte davon kann ich nicht einordnen, ich weiß nicht wo sie hingehören, trotzdem mitschreiben. Nach gerade sechs Stunden Theater sitze ich mit den anderen Freiwilligen wieder beisammen und bekomme eine Einführung… mitschreiben.

So ähnlich geht es die nächsten zwei Wochen weiter, ständig neue Informationen, neue Menschen, neue Aufgaben. Ohne die vielen helfenden Hände der alteingesessenen Kollegen unmöglich zu bewältigen. Genau hier ist die Familie, die ihr Neugeborenes aufpäppelt, das Nesthäkchen auffängt, immer dann wenn es zu fallen droht und den herangewachsenen Grünschnabel später auch mal in seine Schranken weist.


Überraschungen, Herausforderungen und Unbekanntes

Irgendwann erwartet man eine gewisse Routine im Arbeitsalltag, doch diese stellt sich bis zum letzten Tag nicht ein. Überraschungen warten an jeder Ecke, was dem einen Regisseur gefallen hat, kann dem nächsten übel aufstoßen. Die Aufgabenfelder wachsen und den FSJlern werden täglich neue Herausforderungen gestellt. Da kann es schon mal passieren, dass die Verantwortung so groß wird, dass sie kaum zu bewältigen scheint. Doch trotz allem meistert man diese Hürden und findet schließlich auch Zeit für andere spannende Projekte, wie zum Beispiel neben der Assistenz die musikalische Betreuung von Ox & Esel oder Inszenierungen mit dem Jugendclub.

Am Ende kann man sagen, dass die FSJ-Kultur-Zeit eine spannende Reise ins Unbekannte war, die sich auf jeden Fall gelohnt hat und sehr zu meiner Entwicklung und Selbstständigkeit beigetragen hat!

In Zusammenarbeit mit den anderen Freiwilligen Marie-Christine Kröll, Armin Peterka, und Johannes Steinbring