„Offen für Neues und voller Neugier“

Erfahrungs- und Projektbericht Nicole Dobner, Freiwillige 11/12 in der Stadtbibliothek Erlangen

In dem Kinderbilderbuch „Pippilothek???. Eine Bibliothek wirkt Wunder.“ von Lorenz Pauli geht es um einen Fuchs, der Gefallen an den Büchern in der Bibliothek findet. Ausgerechnet eine Maus bringt ihm die Bibliothek näher und ein Huhn hilft ihm beim Lesen lernen. Später versöhnen sich die drei ungleichen Tiere sogar.

Dieses Kinderbilderbuch hat mir den ersten Tag in meiner Einsatzstelle, der Stadtbibliothek Erlangen, im wahrsten Sinne des Wortes versüßt und mich dazu motiviert, offen für Neues zu sein und gleichzeitig voller Neugier mit zu wirken.

Yoda-Abend, Bücherbus, Autorenlesungen
Bis heute möchte ich mein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Kultur nicht missen. Mein Tätigkeitsfeld war unter anderem Verwaltung, Organisation und die Gestaltung von Projekten. Zu nennen ist da zum Beispiel mein „Yoda-Star-Wars-Abend“ (siehe Projektbericht unten) und eine Ausstellung von verfremdeten Bücherbusbildern für das Jubiläum unserer Fahrbibliothek. Als Abwechslung zum Arbeitsalltag kam bei den abendlichen Veranstaltungen und Autorenlesungen in der Stadtbibliothek ein besonderes Flair auf. Meine Aufgabe war es, das „Get together“ zu dokumentieren.

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Yoda-begeisterte Kids

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Fahrten mit dem Bücherbus. Erstens mobil in Erlangen unterwegs zu sein und zweitens immer bekannte Gesichter anzutreffen ließ eine familiäre Atmosphäre aufkommen. Demzufolge war der Einblick sowohl in den Kinder- als auch in den Erwachsenenbereich der Bibliothek äußerst spannend und prägend für mich.

Am meisten Spaß hat es mir jedoch gemacht, mich besonders in der Kinder- und Jugendbibliothek zu entfalten, um ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Und auch Verantwortung zu übernehmen, eine Idee zu finden und zu planen und schließlich das große Projekt zu leiten waren große Aufgaben für mich (siehe Projektbericht unten).

Vielfalt und Entfaltung in der Einsatzstelle und auf den Seminaren
Rückblickend auf die zwölf Monate, kann ich nur sagen, dass es richtig schön war. Erstens weil zum einen meine Tätigkeiten sehr vielfältig und abwechslungsreich waren und zum anderen weil mir meine Kollegen und Kolleginnen vieles ermöglicht haben, so dass ich mich wohl fühle und ich mich in meinen Ideen entfalten konnte.

Zweitens weil ich mich genauso auf die vier Seminare im Jahr gefreut habe, auf denen alle FSJler zusammen kommen. Ganz besonders toll fand ich das Angebot an Workshops – da war auf immer für jeden was dabei. Auch dass wir die Möglichkeit hatten, einen Hospitanztag in einer anderen Einsatzstelle zu machen, um hinter die Kulissen zu schauen, hat mir sehr gut gefallen. Und Drittens, weil ich speziell nach meinem Projekt gemerkt habe, dass ich mich weiterentwickelt habe und, dass ich selbstständiger und selbstbewusster geworden bin.

Kultur und Medien
Vor allem mein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur hat mich dazu inspiriert später einmal im medialen kulturellen Bereich zu arbeiten. Denn „Kultur“ und „Medien“ stehen für mich in sehr engem Verhältnis. Mittels der Medien können wir national und international mit Menschen in Kontakt treten und so über deren Kultur und Lebensphilosophie erfahren. Während dieses Jahres durfte ich insgesamt sowohl einiges über das Medium Buch als auch über elektronische Medien wie den Service „Franken-Onleihe“, über Social Media und Printmedien erfahren. Nun möchte ich mit einem Studium im Bereich Medien genauer in die Materie einsteigen.

Ist Yoda echt? Diese Frage wurde an den drei Veranstaltungsabenden mehrmals gestellt. Doch wirklich beantwortet werden konnte sie nicht. Die jungen Star-Wars-Fans reisten mit mir ins ferne Universum zu Darth Vader, Luke und Yoda. Angefangen mit einer Lesung aus dem Buch „Yoda ich bin! Alles ich weiß!“ von Tom Angleberger, einer Yoda-Bastel-Session, einem Yoda-Orakel bis hin zu Pizzaessen, Star-Wars-Bücher lesen und Star-Wars-Legofilm schauen.

Alles in allem kann ich jedem Jugendlichen ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur ans Herz legen. Wer weiß, vielleicht wirkt es bei dem ein oder anderen auch Wunder, den richtigen Studiengang, seine Stärken und Schwächen zu finden oder auch nur Erfahrungen zu sammeln.

Das Projekt: ein Yoda-Marathon-Abend

Wie kam es zu dem Projekt?
„Yoda ich bin! Alles ich weiß!“ war zu meiner Anfangszeit in der Stadtbibliothek das beliebteste Buch in der Kinderbibliothek, weshalb ich zu dem Entschluss gekommen bin, dass mein Projekt sich darum drehen könnte. So gab sich eins das andere, und heraus kam: ein Abend voller Star Wars und im Mittelpunkt natürlich der von allen Jungs geliebte Yoda.

Highlights
Für die Lesung hatte ich einen Schauspieler engagiert, der wirklich mitreißend und aufre-gend vorgelesen hat, im Anschluss spielte er das Yoda-Orakel, das heißt, jeder Teilnehmer konnte ihm, dem Yoda, eine Frage stellen, er antwortete natürlich gekonnt in der Yoda-Grammatiksprache, was helle Begeisterung auslöste.

Apfelschorle-Yoda-Elixier

Apfelschorle-Yoda-Elixier

Da ich meinen Projektabend insgesamt als eine Geburtstagsparty aufziehen wollte, durfte das Pizzaessen selbstverständlich nicht fehlen. Highlight für die Kids war dabei das selbstgemachte Apfelschorle-Yoda-Elixier.

Als Abschluss ließ ich aus unserem Kinder-DVD-Sortiment einen Star-Wars-Legofilm zeigen. Dazu sind wir in den Vorleseraum gegangen und haben es uns mit Gummibärchen gemütlich gemacht.

Sinn und Zweck
Natürlich sollte der Yoda-Marathon-Abend auch zum Lesen anregen. Dafür hatte ich vorher sämtliche entliehenen Star-Wars-Bücher vorbestellt, damit diese zur Veranstaltung selbstständig gelesen und angeschaut werden konnten. Ein vielbestückter Büchertisch voller neuer Star-Wars-Romane, -Comics, -Bilderbücher und -CDs – da ist den Jungs ihre Entscheidung wahrlich schwer gefallen. „Welches nur zuerst?“.

Resümee
Insgesamt wurden meine Erwartungen an das Projekt mehr als übertroffen. Zum einen haben sich mehr als 60 Jungs im Alter von 8 bis 12 Jahren angemeldet, sodass ich daraus noch zwei weitere Veranstaltungen organisieren konnte (jeweils freitags von 17.30 Uhr bis 21 Uhr in der Kinder- und Jugendbibliothek Erlangen). Für die dritte Veranstaltung hat ein Hort mit 18 Kids – passend zum Thema Star Wars – sogar verkleidet teilgenommen. Um sicher zu gehen, dass alle kommen würden, habe ich im Voraus 5 Euro bezahlen lassen.

Zum anderen hätte ich nicht gedacht, dass ich während der Vorbereitungszeit (Gestaltung von Flyern und Plakaten, Information an Schulen, Vorleser, Budget, Personal, Räumlichkeiten etc.) alles reibungslos schaffe und dass ich zusätzlich so wunderbare Unterstützung und Zuspruch von meinen Kolleginnen und Kollegen bekommen würde.

Alles in allem war das Projekt, das ich nach dem Motto durchgeführt habe „Durch Vielfalt zum Lesen motivieren“– oder frei nach Tom Angleberger – „Yoda ich lese! Alles ich weiß“, ein voller Erfolg.